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Alle notwendigen Informationen über die Energiewende in Deutschland finden Sie auf diesen Seiten.

Die Energiewende


Der Begriff der Energiewende bezeichnet einen grundsätzlichen Wandel in der energiewirtschaftlichen Ausrichtung Deutschlands. Dieser Wandel wurde beschleunigt durch die Entscheidung, die die Bundesregierung nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima im März 2011 getroffen hat: Deutschland wird früher als geplant aus der Kernenergie aussteigen. Das letzte Kernkraftwerk soll 2022 abgeschaltet werden.

Unabhängig davon existieren in Deutschland und in der EU bereits seit längerem politische Zielvorgaben für den Klimaschutz. Unter anderem hat die Bundesregierung bereits in ihrem im Jahr 2010 vorgelegten Energiekonzept erklärt, dass in Zukunft zum Schutz des Klimas weitaus weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen sollen als bisher. Dazu gehört vor allem Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrennen so genannter fossiler Rohstoffe wie Kohle, Erdöl oder Erdgas entsteht.

Darüber hinaus gibt es einen ehrgeizigen Plan zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland: Bis zum Jahr 2050 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf 80 Prozent steigen. Dieser Ausbau zahlt nicht nur auf die Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen ein. Auch der Verbrauch fossiler Rohstoffe wird reduziert, die Deutschland – mit Ausnahme der Braunkohle – weitestgehend importieren muss.

Ziele verbinden


Die große Herausforderung liegt darin, das Gleichgewicht zwischen den von der Bundesregierung gesetzten energiepolitischen Zielen zu halten: Das heißt, den derzeit stärkeren Fokus auf den Klimaschutz mit der Beibehaltung einer hohen Versorgungssicherheit und der Bezahlbarkeit von Energie in Einklang zu bringen.

Das ist nicht einfach. Zum einen muss ausreichend gesicherte Leistung aus Gas- und Kohlekraftwerken bereitstehen. Gesichert heißt: Diese Leistung kann bei Bedarf jederzeit abgerufen werden, zum Beispiel dann, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Durch den vorzeitigen Ausstieg aus der Kernenergie sind alleine in den letzten zwei Jahren um die 8.000 MW gesicherte Leistung in Deutschland abgeschaltet worden. Aber mehr Kohle und Gas zu verbrennen, bedeutet zugleich, mehr CO2 freizusetzen.

Brückentechnologie erforderlich


Heute ist es noch nicht möglich, die Strom- und Wärmeversorgung allein aus Erneuerbaren Energien wie Windkraft und Sonnenenergie sicherzustellen. Gas- und Kohlekraftwerke werden daher noch auf Jahrzehnte hinaus als Brückentechnologie gebraucht. Deswegen ist es wichtig, ihren CO2-Ausstoß möglichst weit zu reduzieren und einen möglichst flexiblen Betrieb zu ermöglichen. Dabei gibt es drei unterschiedliche Hebel:
1. die stetige Verbesserung der bereits in Betrieb befindlichen Kraftwerke, zum Beispiel durch Ertüchtigungen für eine höhere Flexibilität
2. die Modernisierung des Kraftwerksparks durch den Ersatz alter Kraftwerke durch modernste und hocheffiziente Kraftwerke
3. die Entwicklung neuer Technologien für morgen und übermorgen, wie beispielsweise der Abtrennung von Kohlendioxid aus dem Rauchgas mit anschließender Speicherung oder Nutzung des CO2.

Modernisierung der Netze


Zugleich gilt es, den Anteil der Erneuerbaren Energien zügig auszubauen. Dabei genügt es nicht, immer mehr Anlagen für die Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie zu errichten. Vielmehr müssen die Energieversorger die Versorgungsinfrastruktur in Deutschland an die neuen Anforderungen ausrichten. Beispielsweise muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien mit dem Ausbau und der Modernisierung des Netzes einhergehen. Die zunehmende Stromerzeugung aus Wind und Sonne mit ihrem schwankenden Stromangebot und die zunehmende Zahl kleiner, dezentraler Stromlieferanten erfordern mehr Leitungen und intelligentere Netze. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sorgen dabei für ein intelligentes Zusammenspiel von Erzeugungs-Verbrauchs- und Speicherkomponenten und tragen somit auch dem Trend der Digitalisierung der Energiewirtschaft Rechnung.

Energieeffizienz spielt Schlüsselrolle


Neben der Erzeugung von Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien sowie dem Netzausbau ist die Energieeffizienz die dritte Säule der Energiewende. In den Konzepten der Bundesregierung und der EU spielt sie eine Schlüsselrolle. Denn Energie effizient und sparsam zu nutzen, schont nicht nur das Klima und die Ressourcen, sondern senkt auch die Kosten für die Verbraucher und trägt somit dazu bei, dass Energie auch in Zukunft bezahlbar bleibt.

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