LEHREN MIT ENERGIE: MATERIALIEN
UND ANREGUNGEN FÜR SPANNENDEN UNTERRICHT IN DER SCHULE

In der Rubrik Nice 2 know erfahren Sie nützliche und kuriose Fakten rund um das Thema Energie.

Nice 2 know


Entdecken Sie in der Rubrik Nice 2 know überraschende, nützliche und kuriose Fakten rund um das Thema Energie. 14-täglich wird das energetische Kuriositätenkabinett erweitert. Schön zu wissen!


Wussten Sie,

..., dass Flamingos ihren Einbeinstand ganz ohne Muskelkraft ausüben?

Zwei amerikanische Biomechaniker gingen dem neuromechanischen Rätsel auf den Grund, wie es schlafende und gar tote Flamingos schaffen, stundenlang die einbeinige Balance zu halten. Die Kernthese ihrer Forschung besagt, dass die Vögel über einen speziellen Arretiermechanismus verfügen, der ihnen den Einbeinstand – im Gegensatz zum zweibeinigen Stehen – ganz ohne Muskelaktivität ermöglicht. Die spezielle Anatomie des Flamingos führt dazu, dass sich das stehende Bein nach innen neigt um den Körperschwerpunkt auf den Fuß zu legen sobald das andere angehoben wird. Das Einrasten der verschiedenen Beingelenke in eine Gleichgewichtslage hält den Vogel stabil. Sie stehen auf einem Bein also wesentlich besser als auf zweien.

..., dass es ein schwimmendes Fitnessstudio gibt, das Energie erzeugt?

Das sogenannte Trimm-dich-Boot ist ein aktuelles Projekt aus Paris. Ein 20 Meter langes Fitnessboot fährt über die Seine und bietet Platz für 45 Personen auf Fahrrädern oder Crosstrainern. Die Sportler produzieren einen Teil des Stroms, der das Boot antreibt und die Fitnessgeräte mit Energie versorgt, selbst. Die fehlende Energie sollen Photovoltaik-Paneele erzeugen und in Batterien zwischenspeichern. Transparente Anzeigen informieren die Sportler über die generierte Strommenge und geben Auskunft über den Zustand der Seine und allgemeine Umweltdaten. Drüber hinaus sorgt ein Panoramadach für einen tollen Ausblick auf die Pariser Kulisse.

..., dass der Sauer-Sensor unserer Zunge auch den neutralen Reiz von Wasser wahrnimmt?

Forscher fanden heraus, dass der Sauer-Sensor auf unserer Zunge die Funktion des Wasser-Detektors übernimmt und wir Wasser schmecken können. Bisher war immer unklar, wie wir den neutralen Geschmack von Wasser überhaupt erkennen, da die bekannten Sensoren lediglich zwischen süß, salzig, sauer, bitter und umami, dem typischen Proteingeschmack von Fleisch, unterscheiden können. Die Forscher identifizierten zunächst die Nervensignale, die beim Wassertrinken erzeugt werden und blockierten anschließend nacheinander die einzelnen Geschmackssensoren. Erst bei der Blockade des Sauer-Sensors verschwand das Nervensignal und es kam zu einem völligen Verlust der Wasserreaktion. Die für das Saure zuständigen Geschmacksknospen besitzen eine Doppelfunktion. Möglich wird dies, weil das Wasser den Speichel verdünnt und der Ionengehalt der Mundflüssigkeit dadurch verändert und der Sauer-Sensor aktiviert wird.

..., dass der Klimawandel unseren Schlaf beeinträchtigt?

Eine Studie aus den USA belegt, dass neben Stress, Lichtverschmutzung und Lärm auch der Klimawandel vermehrt unseren Schlaf beeinflusst. Daten von 765.000 Bürgern, die an einer neunjährigen Gesundheitsstudie teilnahmen, wurden mit den Temperaturdaten in dieser Zeit verglichen und zeigten einen deutlichen Zusammenhang zwischen untypischen warmen Nächten und unruhigem Schlaf. Schon ein Grad über den Normalwerten führte zu drei durchwachten Nächten pro 100 Personen und Monat mehr. Das Forscherteam sagt, dass durch den Klimawandel die Anzahl an Nächten mit anormal hohen Temperaturen steigen und die Anzahl der schlaflosen Nächte sich häufen werden.

..., dass der Wind Musik transportieren kann?

Ein Schall-Phänomen führt dazu, dass man z.B. die Musik eines Straßenmusikanten plötzlich wieder hört, auch wenn man schon lange an ihm vorbei gegangen ist. Möglich machen dies Windstöße, die den Schall der Musik transportieren können. Schallwellen breiten sich nämlich nicht nur ringförming in ihrem Trägermedium aus, sondern wandern auch mit ihm, wenn es sich bewegt. Sichtbar wird dieser Effekt, wenn man einen Stein in einen Fluss wirft. Die Wellenringe breiten sich im Trägermedium kreisförmig aus, werden aber auch gleichzeitig vom fließenden Wasser weiter getragen. Strömende Luft ist das Medium des Schalls, sie trägt den Gesang des Musikers mit sich und so können wir auch auf weite Entfernung teilweise noch einmal ein paar Musikfetzen zu hören bekommen.

..., dass das erste Nano-Autorennen der Welt stattfand?

Schauplatz des Rennens war Toulouse. Vier Molekular-Maschinen, die aus maximal 100 Atomen bestanden, traten gegeneinander an. Als Rennstrecke diente eine 100 Nanometer lange Goldoberfläche, die zwei kleine Kurven und Erhebungen hatte. Die Motoren der winzigen Fahrzeuge nutzten die elektrischen Impulse der Sonden eines Rastertunnelmikroskops und übersetzten sie in atomare Bewegung. Damit das allerdings alles funktioniert, musste die Rennstrecke auf unfassbare -269 °C abgekühlt werden.

..., dass es einen künstlichen Stern gibt, dessen Licht 10.000-mal stärker als das der Sonne ist?

Das Technologiezentrum Jülich forscht seit einiger Zeit an einem Projekt, mit dem sie umweltfreundlich Flugzeugtreibstoff herstellen wollen. Synlight, die größte künstliche Sonne der Welt hat mit ihren rund 150 Xenon Hochleistungslampen eine 10.000-mal intensivere Strahlung als normales Sonnenlicht. Bis zu 3500 Grad können sie heiß werden und bringen eine Strahlungsleistung von bis zu 380 Kilowatt. Die Lampen sind wie die Waben eines Bienenstocks angeordnet und messen eine Höhe von 15 Metern. Nur eines dieser 7-Kilowatt-Strahler mit einem Durchmesser von einem Meter würde ausreichen, um den Projektor eines Großkinos zu betreiben. Selbst das von den Wänden reflektierende Licht ist so kraftvoll, dass Forscher Abstand halten müssen. Das Licht der künstlichen Sonne soll unter anderem die Luftfahrt umweltfreundlicher machen.