Skip to main content

Stau und Verkehrsbelastung – ein globales Problem

Agenda 2030 | 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung:

In Ballungszentren geht es oft langsam voran. Staus und lange Wartezeiten aufgrund überfüllter Straßen gehören vielerorts zur Tagesordnung. Städte befassen sich deshalb zunehmend damit, wie sie das Verkehrsaufkommen reduzieren können.

Welche potenziellen Lösungsmöglichkeiten gibt es dafür? Und wie bewähren sich die Ideen in der Praxis? Eine Zusammenfassung zum „Internationalen Autofreien Tag“ am 22. September.  

Laut der INRIX Global Traffic Scorecard 2024 verbrachten Autofahrer*innen in Istanbul mit 105 Stunden Stau pro Jahr weltweit am meisten Zeit im Verkehr – 15 Prozent mehr als 2023. Danach folgen New York City und Chicago mit jeweils 102 Stunden.  

In Deutschland stieg die durchschnittliche Stauzeit auf 43 Stunden pro Fahrer*in im Jahr 2024, drei Stunden mehr als im Vorjahr. Die Staukosten kletterten laut INRIX auf 3,6 Milliarden Euro, wobei allein Berlin mit 828 Millionen Euro die höchsten Staufolgekosten verzeichnete.
 

Autofreie Innenstädte: Kann das funktionieren?

Besonders betroffen war in Deutschland die NRW Landeshauptstadt Düsseldorf mit 60 Stunden Stau, einem Anstieg von 22 Prozent, dicht gefolgt von Berlin und Stuttgart (je 58 Stunden), sowie Köln mit 56 Stunden. 

Was auffällt: trotz Home-Office haben in 78 Prozent der analysierten Städte die Staus zugenommen. Der Trend zum hybriden Arbeiten zeigt sich in geänderten Fahrtzeiten: viel mehr starten ihre Fahrt nicht mehr morgens und nachmittags zu den gewohnten „Rush Hours“, sondern zwischen 10 und 16 Uhr.

Die INRIX-Studie zeigt außerdem, dass Staus an den schlimmsten Verkehrshotspots in Deutschland die Autofahrer*innen in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich 47,6 Milliarden Euro kosten werden. 

Stau kostet nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld

Die Traffic Scorecard 2024 zeigt, dass deutsche Pendler*innen im Jahr 2024 durchschnittlich 470 Euro pro Fahrer*in an Zeitverlustkosten durch Verkehrsstaus hatten. Insgesamt beliefen sich die durch Staus verursachten Kosten deutschlandweit auf 3,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent, 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die höchsten Kosten entstehen in Berlin, wo der Zeitverlust für Autofahrer*innen mit 828 Millionen Euro zu Buche schlägt, gefolgt von Hamburg mit 310 Millionen Euro und München mit 300 Millionen Euro. 

Autofreie Zonen: Verkehrsaufkommen legt sich auch in angrenzenden Straßen

In den Städten findet allerdings mehr und mehr ein Umdenken statt. Jahrzehntelang standen bei der Planung von Verkehrswegen und Parkmöglichkeiten die Bedürfnisse von Autofahrer*innen im Vordergrund. Nun arbeiten Verkehrsplanende verstärkt an zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten, die eine geeignete Alternative zum Auto darstellen sollen. Das Ziel: weniger Verkehr in Innenstädten und damit weniger Lärm, Abgase, Feinstaub und andere Schadstoffe, die die Lebensqualität beeinträchtigen.

Ein Instrument, das häufig diskutiert wird und mancherorts zum Einsatz kommt, sind autofreie Zentren und Wohngebiete. In Barcelona und Ljubljana zum Beispiel sind einzelne Bezirke für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auch in Deutschland gab es bereits einige Pilotprojekte. In Mannheim etwa war die Hauptverkehrsachse durch die Innenstadt für Fahrzeuge ein Jahr lang nicht passierbar. Die Stadtverwaltung wollte damit mehr Platz für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen schaffen und die Aufenthaltsqualität durch Außengastronomie und andere Freizeitangebote steigern. Die Testphase wurde zwar als Erfolg bewertet, doch in 2023 beendete die Stadt den Versuch, denn viele Einzelhändler*innen mussten Umsatzeinbußen hinnehmen und hatten daraufhin mit Klagen gedroht.
 

Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität

Das Beispiel aus Mannheim verdeutlicht die Kontroversen um autofreie Zonen. Zudem gewinnt der Radverkehr an Stellenwert. Häufig sind Radfahrende im dichten Verkehr auf schmalen, farbig markierten Schutzstreifen am rechten Fahrbahnrand unterwegs. Die fehlende Sicherheit schreckt viele ab, im Alltag aufs Rad umzusteigen. In einer autofreien Zone fühlen sich Radfahrende einfach sicherer.

Studien von National Geographic zeigen außerdem, dass Fußgängerzonen den Umsatz in Geschäften steigern können, da Fußgänger*innen und Radfahrer*innen tendenziell häufiger und mehr ausgeben als Autofahrer*innen. Zudem steigert die Reduzierung von Autoverkehr und Parkplätzen die Lebensqualität und damit auch den Wert von Immobilien in diesen Gebieten.

Fehlte es einem Großteil der Bevölkerung in den zurückliegenden Jahren noch an Akzeptanz, den Autoverkehr aus Innenstädten zu verbannen, so scheint sich der Trend nun umzukehren. Den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Energie-Agentur zufolge wünscht sich die Mehrheit der Befragten für die Zukunft autofreie Städte in Deutschland und damit ein Plus an Lebensqualität.

Angebote für den Unterricht:

Nachhaltig durchs Jahr

Wer die 3malE-Kalenderseiten auf einer Reise durchs Jahr durchblättert, kann monatlich spannende Infos rund um Umwelt- und Klimaschutz entdecken.

DER SPIEGEL | Verkehrswende in der Stadt: Wie geht es ohne Auto?

{{ totalQuantity }}

Ihre Leihprodukte

  • {{ product.name }}
    Anzahl: {{ product.quantity }}
    Wunschtermin: {{ product.schedule }}
    {{ getPriceWithQuantity(product, true) }}