Jede/r Deutsche verursachte im Jahr 2023 durchschnittlich rund 37,5 Kilogramm Kunststoffverpackungsabfall. Damit lag Deutschland über dem EU-Durchschnitt und deutlich im Fokus der Debatte um Plastikmüll. Für 2024 liegen noch keine offiziellen finalen Eurostat-Gesamtzahlen vor, es ist aber aus Trends absehbar, dass der Wert in etwa auf ähnlichem Niveau verbleibt oder nur leicht sinkt, da der Gesamt-Verpackungsmüll pro Kopf in Deutschland in den vergangenen Jahren zurückging.

Beim Blick zurück auf die vergangenen beiden Jahrzehnte wird deutlich, dass der Trend langfristig nach oben zeigte: Die Menge der pro Kopf entstandenen Verpackungsabfälle lag Anfang der 2000er-Jahre deutlich niedriger als heute. Zwar konnte der Gesamt-Verpackungsverbrauch in Deutschland zuletzt gesenkt werden, doch bleibt er auf hohem Niveau.
Beim Anstieg der Abfallmengen richtet sich der Blick vor allem auf Plastikmüll. Mit Beginn des Kunststoffzeitalters Mitte des 20. Jahrhunderts wurden viele Alltagsprodukte, die in den Geschäften erhältlich waren, in Kunststoff verpackt. Das Material erwies sich als äußerst flexibel, robust und haltbar und löste deshalb herkömmliche Verpackungen schrittweise ab.
Mit diesem Aufschwung nahm im Laufe der Zeit die Herstellung von Kunststoffen rapide an Fahrt auf. Weltweit wurde die Plastikproduktion weiter gesteigert – im Jahr 2025 wurden knapp 445 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, etwa doppelt so viel wie Anfang der 2000er-Jahre. Parallel dazu stieg auch die Zahl der Plastikabfälle kontinuierlich an. Kunststoffverpackungen haben sich immer mehr zum Symbol unserer Wegwerfgesellschaft entwickelt.
Deutschland versuchte bereits Anfang der 1990er-Jahre entgegenzusteuern und die Flut an Plastikmüll mit einer neu eingeführten Verpackungsverordnung einzudämmen. Mit diesem Gesetz sollten wichtige Rohstoffe, die bei der Herstellung der Verpackungen zum Einsatz kommen, durch Wiederverwertung länger und effizienter genutzt werden.
Diese Verordnung bildete anschließend auch die Basis für das sogenannte duale System: Verbraucher*innen sollten fortan Plastik von Restmüll, Biomüll und Papier trennen. Alle Produkte, die mit einem grünen Punkt gekennzeichnet waren, mussten in der gelben Tonne bzw. im gelben Sack entsorgt werden.
All diese Maßnahmen zielten darauf ab, durch Recycling die Lebensdauer von Kunststoffen zu erhöhen und das Material im Wertstoffkreislauf zu halten. Entscheidend dafür ist allerdings die richtige Mülltrennung. Sortieren die Verbraucher*innen zu Hause ihre Abfälle falsch, erschwert das die Wiederverwertung erheblich – insbesondere bei Kunststoff, wie das Beispiel eines Joghurtbechers verdeutlicht: Wenn der Aludeckel nicht vollständig abgezogen wird, können die Maschinen in den Verwertungsbetrieben den Becher aus Kunststoff und den Deckel aus Alu nicht korrekt sortieren. Die Folge: Der Joghurtbecher wird nur teilweise recycelt oder endet sogar in der Müllverbrennung.
Dabei spielt Recycling inzwischen eine immer wichtigere Rolle – insbesondere im Zusammenhang mit Umwelt- und Ressourcenschonung. Um Plastik herzustellen, sind große Mengen Erdöl erforderlich. Dieser Rohstoff kommt auf der Erde jedoch nur begrenzt vor. Hinzu kommt: Bei der Herstellung von Kunststoff muss das Öl gecrackt, d. h. in verschiedene Bestandteile zerlegt werden. Diese Bestandteile werden anschließend noch veredelt und zu Granulat weiterverarbeitet. Das Problem: All diese Schritte sind ungemein aufwendig und energieintensiv.
Im Vergleich zur Produktion von neuem Plastik verursacht der gesamte Recyclingprozess hingegen deutlich weniger Treibhausgasemissionen. Denn beim Recycling entsteht ein Kreislauf: Plastikabfälle werden sortiert, gewaschen und zu Granulat zermahlen. Dieses Recycling-Plastik, auch Rezyklat genannt, kann dann zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte verwendet werden.
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