Kleine Tiere, großer Wert: Bienen sichern die Nahrungsmittelernte auf der Erde

Agenda 2030 | 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung:

Ohne Bienen gäbe es weniger Lebensmittel, denn sie bestäuben Obstbäume und Gemüsepflanzen auf den Feldern. Doch die fleißigen Insekten wurden zuletzt immer weniger. Welche Veränderungen in der Natur damit zu tun haben und was zum Schutz der Bienen unternommen wird: eine Zusammenfassung zum Weltbienentag am 20. Mai.

Sie sind nur wenige Zentimeter oder gar Millimeter groß – und trotzdem gehören sie zu den wichtigsten Nutztieren überhaupt. Bienen leisten sowohl für uns Menschen als auch für die Ökosysteme in der Natur einen unverzichtbaren Dienst. Sie tragen nämlich nicht nur entscheidend zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei, sondern sichern auch die Nahrungsmittelernte in der Landwirtschaft.

Doch welches Geheimnis steckt hinter ihrer Arbeit? Bei der Nahrungssuche fliegen Bienen ständig von Pflanze zu Pflanze, um Pollen und Nektar zu sammeln. Sie landen dabei auf der Blüte und saugen mit ihrem Rüssel den Nektar auf. Gleichzeitig sammeln sie Pollen in kleinen Kammern ihrer Hinterbeine, um damit den Nachwuchs im Bienenstock zu versorgen. Dabei bleiben unzählige kleine Pollenkörnchen im Haarkleid der Biene hängen.

Geringere Ernten im Obst- und Gemüsebau ohne Bienen-Bestäubung

Diese Pollenkörnchen enthalten das männliche Erbgut einer Pflanze. Landet die Biene nun auf der nächsten Blüte, bestäubt sie mit den anhaftenden Pollen die sogenannte Narbe, den weiblichen Teil einer Blüte. Mit der Zeit entstehen neue Samenkörner, die sich beispielsweise durch Wind oder Regenfälle in der Landschaft ausbreiten und zu neuen Pflanzen heranwachsen können. Mit ihren „Transportflügen“ sorgen Bienen also dafür, dass sich Wildpflanzen vermehren können und es dadurch eine große Pflanzenvielfalt gibt.

Hinzu kommt: Bienen übernehmen bei der Bestäubung von Nutzpflanzen eine ungemein wichtige Funktion. Mit ihrer gezielten Bestäubung von Obstbäumen, Beeren-Sträuchern oder Gemüsepflanzen sorgen sie dafür, dass sich mehr Früchte bilden und damit höhere Erträge bei der Ernte von beispielsweise Äpfeln, Kirschen oder Gurken erzielt werden können.

Berechnungen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aus dem Jahr 2020 zufolge hängen in Deutschland circa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau von der Bestäubung durch Bienen ab.
 

In den zurückliegenden Jahren war allerdings eine beunruhigende Entwicklung zu erkennen. Von den mehr als 500 heimischen Wildbienenarten in Deutschland gelten circa ein Drittel als gefährdet. Mehr als 30 Arten sind bereits ausgestorben. Dies geht aus der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN zu bedrohten Tier- und Pflanzenarten auf der Erde hervor.

Varroa-Milbe gefährdet ganze Bienenvölker

Eine Ursache für den Rückgang der Bienenbestände ist die sogenannte Varroa-Milbe. Der nur wenige Millimeter große Parasit aus Asien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Europa massiv ausgebreitet. Die Milben beißen sich an der Biene fest und leben von ihrem Blut. Häufig übertragen sie dabei Krankheitserreger oder Bakterien, die das Immunsystem der Bienen schwächen. Ähnlich gestaltet sich die Situation, wenn sich der Parasit im Bienenstock vermehrt. Dort ernährt sich die Varroa-Milbe von den Bienenlarven. Die übertragenen Viren sorgen dafür, dass die jungen Bienen kurz nach dem Schlüpfen sterben. Auf diese Weise zerstört die Varroa-Milbe ganze Bienenvölker.

Lebensraum und Nahrungsquellen für Bienen schwinden

Allerdings machen auch menschliche Eingriffe den Insekten immer mehr zu schaffen. Vor allem Wildbienen sind davon betroffen. Es fehlt ihnen zum Beispiel an ausreichend Lebensraum und Nistmöglichkeiten – sowohl in Gärten als auch in der freien Natur. Landschaften werden zunehmend versiegelt, Totholz sowie verblühte Sträucher und Gehölze häufig beseitigt oder zurückgeschnitten. Auch blühende Streifen an den Rändern von Wald-, Acker- oder Gewässerflächen, die ein reichhaltiges Angebot an verschiedenen Blühpflanzen bieten, schwinden zusehends.

Auf ein einseitiges Nahrungsangebot stoßen Bienen inzwischen immer öfter auch auf den Feldern selbst. In der Landwirtschaft kommen nämlich verstärkt sogenannte Monokulturen zum Einsatz. Dabei wird auf einem Acker über mehrere Jahre hinweg lediglich eine Nutzpflanze angebaut – zum Beispiel Mais oder Raps. Die Folge: Auf diesen Flächen finden Bienen nicht mehr die Vielfalt an Futterquellen vor, die sie zum Leben brauchen. Zumal ihnen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittel auf diesen Äckern auch wichtige, blühende Unkräuter wie etwa die Kornrade fehlen.

Ökologische Vorrangflächen zum Schutz von Bienen

Zum Schutz der Bienen und zum Erhalt der Biodiversität hat sich Europa auf eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geeinigt – mit dem Ziel, die Landwirtschaft auf dem kompletten Kontinent ab 2023 ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. So erhalten beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe, die mehr als 15 Hektar Felder bewirtschaften, Förderzahlungen, wenn sie ökologische Vorrangflächen ausweisen. Dazu zählen unter anderem Ackerrandstreifen, Hecken, Bäume oder der Anbau von Hülsen- und Zwischenfrüchten.

Umweltschutzorganisationen wie etwa der Naturschutzbund zweifeln an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen und kritisieren Ausnahmeregelungen und rechtliche Schlupflöcher. Stattdessen fordern sie, den Anteil ökologischer Vorrangflächen an der bewirtschafteten Gesamtfläche auf zehn Prozent zu erhöhen.

Fünf einfache Tipps, was Sie für die fleißigen Bestäuber tun können:


1. Pflanzen Sie bienenfreundliche Blumen an, zum Beispiel in Ihrem Garten oder auf dem Balkon.

2. Gestalten Sie Wiesen als Bienenwiesen mit Samenmischungen für Wildblumen (Samenmischungen erhalten Sie weiter unten). 

3. Verwenden Sie für Bienen unschädliche Pflanzenschutzmittel. 

4. Kaufen Sie Honig von Imkern aus Ihrer Region. 

5. Nehmen Sie Ihren Kindern die Angst vor Bienen und zeigen Sie auf, welchen Nutzen sie für Mensch und Umwelt haben. 

Angebote für Kita, Unterricht oder zuhause:

Mit dem Zucht-Set Wildbienen helfen Sie dabei, die Biodiversität direkt vor Ort zu erhalten – am Kindergarten, an der Schule oder zu Hause. Mit dem Medienpaket Wild- und Honigbienen oder dem Heft „Wilmas Wilde Welt" lernen Kinder die Bedeutung der Bienen kennen und wie wir sie schützen können. Alle Materialien beinhalten Lehrplaninhalte zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE).

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Wer die 3malE-Kalenderseiten auf einer Reise durchs Jahr durchblättert, kann monatlich spannende Infos rund um Umwelt- und Klimaschutz entdecken.

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