Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Wasserreservoir und Wasserfilter, Kohlendioxid-Speicher sowie Basis für die Nahrungsmittelproduktion: Unsere Böden übernehmen im Verborgenen vielfältige Aufgaben, die für das Ökosystem eine entscheidende Rolle spielen. Nach Angaben des Naturschutzbundes tummeln sich auf einem Quadratmeter Boden bis in eine Tiefe von dreißig Zentimetern rund 80 Regenwürmer, 50 Asseln, eine Million Fadenwürmer und Wimpertierchen, eine Milliarde Pilzsporen sowie eine Billion Bakterien.

Das Zusammenspiel der Bodenlebewesen sorgt dafür, dass abgestorbenes organisches Material zersetzt wird und dadurch wieder Nährstoffe für Pflanzen entstehen. Ohne diesen Prozess könnten Pflanzenreste, Laub, abgestorbene Bäume und tote Tiere wie zum Beispiel Insekten nicht abgebaut werden. Die Folge: Die Böden wären unfruchtbar, Bäume, Gräser oder andere Pflanzen könnten nicht wachsen und der Mensch hätte keine Nahrung.
Ehe ein Boden jedoch seine Fruchtbarkeit entwickelt, vergehen Jahrhunderte. In Deutschland begannen diese physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse mit dem Ende der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren. Laut Bundeslandwirtschaftsministerium dauerte es durchschnittlich 100 Jahre, bis ein Zentimeter Boden entstanden ist. Böden speichern nicht nur Nährstoffe, sondern auch große Mengen Wasser. Dies hängt allerdings von der Beschaffenheit ab. Sandige Böden können Wasser nicht lange speichern, aber Lehmböden saugen das Wasser auf und geben es langsam wieder ab. Böden mit viel organischem Material helfen gegen Hochwasser, weil sie das Wasser zurückhalten und so Überschwemmungen verhindern.
Eine weitere zentrale Aufgabe unserer Böden ist die Filter- und Speicherfunktion für Trink- und Grundwasser: Die oberen Bodenschichten (Humus, Mineralboden, verschiedene Gesteinsarten) schützen das Grundwasser vor Schadstoffen, etwa indem sie Stickstoffverbindungen binden.
Gleichzeitig verdeutlichen Monitoring-Daten zur Bodenfeuchte und Trockenheit, dass die Situation komplex ist: Das Helmholtz‑Zentrum für Umweltforschung zeigt mit dem Dürremonitor für Deutschland, Stand Sommer 2025, dass sich die Bodenfeuchte deutlich verbessert hat, jedoch regional große Unterschiede bestehen, vor allem in Ost- und Norddeutschland.
Ganz anders sah das noch drei Jahre zuvor aus. Denn im Jahr 2022 führte ein Dürre-Rekord dazu, dass schon nach den ersten sieben Monaten die Böden in Deutschland nahezu flächendeckend infolge großer Hitze ausgetrocknet waren. Inzwischen hat sich die Situation deutlich gebessert.
Die Funktionen des Bodens werden nicht nur durch den Klimawandel, sondern auch durch die Landwirtschaft beeinträchtigt. Mineraldünger, Gülle und Pestizide verändern die Bodeneigenschaften langfristig. Zudem verdichten schwere Maschinen den Boden, wodurch Wasser nicht einsickern kann, sondern oberirdisch abläuft. Dies begünstigt gleichzeitig Bodenerosion, also das Abtragen von Bodenpartikeln durch Wasser und Wind. Und auch tieferliegende Bodenschichten werden durch Traktoren oder Erntemaschinen beschädigt. Dies belegen 2024 veröffentlichte bodenkundliche Untersuchungen aus der Schweiz und Schweden. Die Forscher\*innen sehen weltweit etwa 20 Prozent der Ackerflächen und damit auch künftige Erträge von der Bodenverdichtung bedroht. Deutsche Fachleute bestätigen zwar grundsätzlich die Auswirkungen der maschinellen Landwirtschaft auf die Bodenproduktivität, nicht jedoch die genannten Zahlen.
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