Moore, Sümpfe, Flussauen, Seen sowie Küsten- und Meeresfeuchtgebiete (z. B. Mangroven-Wälder) zählen zu den weltweit wichtigsten Ökosystemen überhaupt. Sie bieten Lebensraum für seltene Arten, regulieren Wasser- und Nährstoffkreisläufe und sind entscheidend für Klima- und Hochwasserschutz. Obwohl Feuchtgebiete nach aktuellen Schätzungen nur etwa 6 Prozent der Landfläche der Erde bedecken, speichern und regulieren sie enorme Mengen Kohlenstoff und Wasser – weit mehr als die meisten anderen Ökosysteme.

Seit 1970 sind weltweit circa ein Drittel der Feuchtbiotope verloren gegangen. Dies geht aus dem aktuellen „Global Wetland Outlook“ hervor, einem globalen Zustandsbericht der Feuchtgebiete auf der Erde. Deshalb kommt es mehr denn je darauf an, diese Zonen am Übergang zwischen trockenen und dauerhaft feuchten Lebensräumen konsequent zu schützen.
Bereits im Jahr 1971 einigten sich im iranischen Ramsar 18 Staaten auf das „Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung“. Die sogenannte Ramsar-Konvention markiert den Ursprung erster internationaler Bemühungen in Sachen Naturschutz.
Mittlerweile haben sich 172 Länder dem Abkommen angeschlossen. Nach Angaben der UNESCO stehen aktuell weltweit mehr als 2.500 Feuchtgebiete mit einer Fläche von über zwei Millionen Quadratkilometern unter Schutz. Damit ist diese Fläche größer als Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Spanien und Portugal zusammen.
In Deutschland listet das Bundesamt für Naturschutz derzeit 35 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von knapp 900.000 Hektar. Ein Großteil davon erstreckt sich über Watt- und Wasserflächen an der Nordsee.
Flussauen zum Beispiel filtern unser Grundwasser und dienen als Überschwemmungszone bei Hochwasser. Tritt ein Fluss über die Ufer, können sich die Wassermassen in dieser angrenzenden Fläche ausbreiten, versickern und langsam wieder zurückfließen. Flussauen speichern also das Wasser und geben es bei großer Hitze wieder ab, damit die Landschaft nicht austrocknet.
Auch Moorlandschaften verfügen über diese Speicherfunktion bei Starkregen. Oftmals unterschätzt wird jedoch ihre Bedeutung für unser Klima. Moore binden nämlich große Mengen des umweltschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Aufgrund des hohen Wasserstands befindet sich im Boden kein Sauerstoff. Die abgestorbene Pflanzenmasse zersetzt sich nicht, sondern sammelt sich Schicht für Schicht an. Der in den Pflanzen gebundene und beim Verrotten austretende Kohlenstoff bleibt im Boden eingeschlossen.
Ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden Moore verstärkt trockengelegt, um Flächen für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung zu gewinnen. Ursprünglich erstreckten sich in Deutschland Moorlandschaften über eine Fläche von knapp zwei Millionen Hektar. Inzwischen sind davon rund 90 Prozent trockengelegt.
Damit verlieren Moore nicht nur ihre Rolle als CO2-Senke, sondern entwickeln sich sogar zu einem CO2-Verursacher. Der Grund: Sinkt der Wasserstand im Boden, kommt der abgelagerte Kohlenstoff mit Sauerstoff in Berührung und oxidiert. All das organische Material, das sich über Jahrhunderte aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren angesammelt hat, wird freigesetzt in Form von CO2 und noch schädlicherem Lachgas.
Die Wiederherstellung nasser Moorzustände gilt als eine der effektivsten naturbasierten Maßnahmen gegen Klimawandel und Biodiversitätsverlust. In Deutschland wurde im November 2022 die Nationale Moorschutzstrategie genau diesem Zweck verabschiedet: Durch gezielte Wiedervernässung und Renaturierung sollen Moore wieder mehr Kohlendioxid aufnehmen. Bis zum Jahr 2030 sollen so die Treibhausgasemissionen aus Moorböden um jährlich fünf Millionen Tonnen CO₂ reduziert werden.
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