Für einen Großteil der Bevölkerung auf der Erde ist der Zugang zu Toiletten und Sanitäreinrichtungen eine Selbstverständlichkeit. Doch dies trifft längst nicht auf alle Regionen zu. Weltweit fehlen laut UNICEF insgesamt 3,4 Milliarden Menschen saubere und sicher betriebene Toilettenanlagen. Der WHO zufolge gab es seit der Jahrtausendwende zwar Fortschritte bei der Sanitärversorgung, allerdings leben vielerorts Menschen noch immer unter erheblichen hygienischen Mängeln.

Vor allem in Krisen- und Konfliktregionen sowie in ärmeren Ländern in Südostasien und Afrika leiden Menschen unter diesem Problem. Häufig fehlen der Bevölkerung dort schlicht die finanziellen Mittel, um überhaupt Toiletten zu bauen und anschließend zu warten. Hinzu kommt: In manchen ländlichen Gegenden mangelt es an geeigneter Infrastruktur. Eine ausreichende Wasserversorgung und flächendeckende Abwassersysteme, an die die einzelnen Haushalte angeschlossen werden können, sind in der Regel nicht vorhanden. Dies erschwert den Ausbau von Sanitäranlagen in Wohnsiedlungen nochmals um ein Vielfaches.
In vielen Regionen ohne sicheren Zugang zu Toiletten können sich infolge unzureichender Hygienebedingungen auch gefährliche Krankheiten ausbreiten. Wenn Abwässer statt in der Kanalisation ungeklärt in Gruben, Gräben oder Kanälen landen, gelangen Viren und Bakterien in Böden, Flüsse und Bäche und von dort ins Trinkwasser – mit gravierenden Folgen: Auf diese Weise können ansteckende Krankheitserreger wie Cholera, Typhus, Hepatitis oder Polio übertragen werden.
Insbesondere geschwächte und unterernährte Kinder sind anfällig für eine Infektion. Zahlen des UN-Kinderhilfswerks Unicef zufolge sterben in Entwicklungsländern pro Jahr etwa 440.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen. In knapp 90 Prozent aller Fälle sind eine mangelhafte sanitäre Grundversorgung und fehlender Zugang zu sauberen Trinkwasserquellen der Auslöser.
Sauberkeit und Hygiene und damit auch der Zugang zu Sanitäranlagen haben einen entscheidenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Trotzdem müssen laut WHO mindestens 1,7 Milliarden Menschen in ihrem Alltag auf eine mit Fäkalien verunreinigte Wasserquelle zurückgreifen. Um Gesundheitsproblemen und Krankheiten vorzubeugen, arbeiten Regierungen, Hilfsorganisation und Initiativen deshalb auf verschiedenste Weise daran, die Situation in den einzelnen Regionen langfristig zu verbessern.
Das Auswärtige Amt beispielsweise unterstützt seit 2011 das von mehr als 20 deutschen Nichtregierungsorganisationen gegründete Netzwerk „WASH“ (WA=Wasser; S=Sanitär; H=Hygiene). Zu den Mitgliedern zählen Initiativen, die auf Entwicklungszusammenarbeit oder humanitäre Hilfe spezialisiert sind. In enger Abstimmung mit lokalen Hilfsorganisationen engagieren sich die Beteiligten in ärmeren Ländern für den Aufbau einer sanitären Grundversorgung und sensibilisieren die jeweilige Regierung vor Ort für deren Bedeutung.
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