Siegel Artenvielfalt schützen: alles Wissenswerte zum internationalen Tag der Biodiversität am 22. Mai

Was bedeutet Artenvielfalt? Weshalb sind immer mehr Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht? Warum ist Biodiversität so wichtig? Und was können wir tun, um sie zu fördern?

Der internationale Tag der Biodiversität erinnert seit 2000 jährlich an die Biodiversitäts-Konvention, ein UN-Abkommen zur Artenvielfalt. Ziel des 1993 in Kraft getretenen Abkommens ist der Schutz bedrohter Arten, Populationen und Ökosysteme. 

Alle fünf Jahre veröffentlichen die Vereinten Nationen (UN) den „Global Biodiversity Outlook“, einen Bericht zur Artenvielfalt. Der letzte Bericht stammt aus dem Jahr 2020. Bis dahin sollte der Verlust von Arten und Lebensräumen gestoppt werden – so lautete das übergeordnete Ziel. Erreicht hat es die Weltgemeinschaft nicht.

Aktuell verschwinden nach Angaben des deutschen Naturschutzbundes jeden Tag bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten von der Erde. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Doch was bedeutet der Begriff Artenvielfalt?

Artenvielfalt bedeutet Leben

Unter Artenvielfalt oder auch Biodiversität werden die verschiedenen Lebensformen verstanden, beispielsweise Tier- und Pflanzenarten, die unterschiedlichen Lebensräume und die genetische Vielfalt innerhalb der jeweiligen Arten.

Die Artenvielfalt hat eine große Bedeutung für das Leben auf der Erde. Denn Ökosysteme sind besonders stabil, wenn es eine möglichst große Vielfalt gibt. Das Zusammenspiel von allen Lebewesen und ihrer Umwelt ist ein kompliziertes Geflecht. Viele Arten sind auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden und voneinander abhängig. Schon das Aussterben einer Pflanze kann eine Kettenreaktion auslösen und Auswirkungen auf die komplette Nahrungskette haben. Die Folge: Die Stabilität des Gesamtsystems ist bedroht.

Auch wir Menschen können auf viele Tiere und Pflanzen nicht verzichten, die wichtige Funktionen haben. Biodiversität verschafft beispielsweise Zugang zu Wirkstoffen für Arzneimittel und sorgt für ein besseres Klima. So können artenreiche Wälder oder Wiesen mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen als viele Monokulturen. Und der tropische Regenwald bietet nicht nur vielen Tieren einen Lebensraum, sondern produziert auch einen großen Teil des Sauerstoffs, den der Mensch zum Atmen benötigt.

Der Mensch beeinflusst die Artenvielfalt

Fast überall auf der Erde geht die Artenvielfalt zurück. Allein in Deutschland sind laut Umweltministerium von den einheimischen Tierarten 35 Prozent gefährdet, von den Pflanzenarten 26 Prozent.  
Der entscheidende Grund sind wir. Denn der Mensch greift massiv in die Lebensräume der Tiere und Pflanzen ein. Wälder, Wiesen und Flüsse müssen häufig Gebäuden, Straßen oder landwirtschaftlichen Flächen weichen. Auch Umweltverschmutzung und Klimawandel sorgen für einen Rückgang der Biodiversität.

Artensterben durch Klimawandel

Gerade der Zusammenhang zwischen Klimaveränderung und Artensterben ist seit einigen Jahren deutlich sichtbar. Teilweise steigen die Temperaturen so schnell an, dass Tiere oder Pflanzen kaum eine Chance haben, sich anzupassen.
Seit langer Zeit existierende Abläufe geraten so durcheinander: Pflanzen fangen an zu blühen, noch bevor Bienen sie bestäuben können. Tiere bekommen früher ihren Nachwuchs, finden aber nicht genügend Nahrung. Dazu kommen lang anhaltende Trockenheit und Hitzeperioden, die ebenfalls eine Bedrohung darstellen. 

Schutzzonen und Programme für mehr Biodiversität

Längst sind sich große Teile der Weltgemeinschaft dieser Entwicklung bewusst. Es muss gegengesteuert werden. Dafür riefen die Vereinten Nationen die Jahre von 2021 bis 2030 zur „UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen“ aus. Lebensräume für Tiere und Pflanzen sollen in diesem Zeitraum wiederhergestellt und dauerhaft geschützt werden, sodass auch die Biodiversität davon profitiert. Deutschland beteiligt sich zum Beispiel mit dem „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ an diesem Ziel.

Was kann nun getan werden, um die Biodiversität zu erhalten? Eine wichtige politische Maßnahme sind Schutzzonen wie zum Beispiel Biosphärenreservate. Sie sind für den Erhalt der Artenvielfalt ungemein wertvoll. Denn in diesen Gebieten geht es darum, besonders schützenwerte Lebensräume zu bewahren.

Erst im vergangenen Jahr nahm die UNESCO weltweit wieder 20 neue Biosphärenreservate in seine Liste auf. Zusammen kommen die aktuell 727 Biosphärenreservate auf eine geschätzte Gesamtfläche von mehr als zehn Millionen Quadratkilometer. Das entspricht etwa zwei Prozent der Erdoberfläche. In Deutschland gibt es insgesamt 18 Biosphärenreservate. Das größte ist das „Schleswig-Holsteinische Wattenmeer und Halligen“ mit rund 450.000 Hektar.

Artenvielfalt beginnt vor der Haustür

Aber auch jeder von uns kann einen Beitrag für die Biodiversität leisten – etwa vor der eigenen Haustür. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland 17 Millionen Gärten, und gerade hier hat in den letzten Jahren die Artenvielfalt laut Naturschutzbund abgenommen. Negativbeispiel ist der „Steingarten“ mit nur wenigen oder überhaupt keinen Pflanzen. Dabei bieten heimische Pflanzen, blühende Kräuter, Gräser und Blumen Nahrung für Vögel und Insekten sowie vielfältige Lebensräume.

Fünf einfache Tipps, wie Sie einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten:

1. Ein Insektenhotel bauen
Ein Insektenhotel im eigenen Garten hilft beispielsweise Bienen, Wespen oder Käfern beim Nisten und Überwintern.

2. Die richtigen Pflanzen auswählen
Vor allem Blühpflanzen, die viel Nektar versprechen, ziehen Bienen an. Ideal sind Glockenblumen, Sonnenblumen, Brombeere oder auch Kirsch- und Apfelbäume.

3. Im Herbst nicht alles zurückschneiden
Gehölze sowie verblühte Büsche oder Stauden eignen sich im Winter für Wildbienen perfekt als Unterschlupf.

4. Nicht alle Unkräuter beseitigen
Viele Schmetterlingsarten wie „Kleiner Fuchs“ oder „Tagpfauenauge“ brauchen Brennnesseln, um zu überleben.

5. Den Rasen auch mal wachsen lassen
Auf frisch gemähten Grünflächen finden Bienen und Schmetterlinge keine Nahrung. An Bäumen und Sträuchern sollte seltener gemäht werden. Lassen Sie einen Streifen von zwei bis drei Metern Abstand zu den Pflanzen. Dieser bietet zusätzlichen Lebensraum für Insekten.
 

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Wie ökologische Landwirtschaft die Insekten retten könnte | Quarks

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